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Jahrbuch der DKB STIFTUNG

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WIRKUNGSFELD II inklusiv

WIRKUNGSFELD II inklusiv denken· vorausschauend handeln Inklusion und Prävention • Nicht alle Menschen in unserer Gesellschaft haben die gleichen Chancen. Unser Ziel ist es, Menschen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen eine selbstbestimmte, aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Wir verstehen Vielfalt als wertvolle Chance und einen wesentlichen Bestandteil von nachhaltigem sozialem Engagement. Mit unserer Arbeit möchten wir Barrieren abbauen, Arbeitsumgebungen bedürfnisgerecht gestalten und den Einzelnen dabei stärken, Einschränkungen zu überwinden. Bereits seit 2009 haben wir den Inklusionsgedanken fest in der DKB STIFTUNG und ihren Tochterunternehmen verankert. Lernen für die Gegenwart und die Zukunft. Konflikte erkennen, sensibel die Bedürfnisse anderer wahrnehmen und vorausschauend handeln. In Kooperation mit unseren Partnern – dem Theater EUKITEA und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand – bieten wir Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche an, die alternative Handlungsmöglichkeiten vermittelt und Impulse für ein rücksichtsvolles Miteinander gibt.

PROJEKT Inklusion überzeugt • Pieter Schneider verantwortet den Dienstleistungs- und Handwerksbetrieb auf Schloss & Gut Liebenberg. Ein großer Teil der Mitarbeiter des Inklusionsunternehmens ist dort in verschiedensten Aufgabenbereichen tätig. Sie halten den Standort in Schuss oder erbringen Leistungen auf dem freien Markt. Viele haben angeborene oder durch Krankheit erworbene Einschränkungen. „Als Hörender mit Gehörlosen zu kommunizieren, ist eine Herausforderung für beide Seiten. Nach einer einstündigen Konversation mit einem gehörlosen Mitarbeiter brauche ich eine Pause“, sagt Pieter Schneider. Und das, obwohl er so einer ist, der nicht so schnell aufgibt. Ein Perfektionist mit hohen Ansprüchen an sich selbst und an seine Mitarbeiter. Seinen heutigen Aufgabenbereich wollte er erst nicht übernehmen. Aus Angst, die Inklusionsmitarbeiter könnten seinem Tempo nicht folgen. Wie wird so einer zum Überzeugten eines inklusiven ersten Arbeitsmarktes? Zum Verfechter von Mitarbeitern, die Aufgaben oft zu zweit erledigen, obwohl ein durchschnittlich Belastbarer reichen würde? Geholfen hat ihm bei dieser neuen Herausforderung die Erfüllung seines Erziehungsauftrags als Vater. Er denkt an die Familien seiner Mitarbeiter. „Kinder brauchen selbstbewusste Eltern. Arbeit schafft Selbstbewusstsein. Wenn wir diese Menschen abhängen, verfallen ihre Kinder früher oder später der gleichen Perspektivlosigkeit“, ist sich Pieter Schneider sicher. „Unternehmen wie unseres sind nicht einfach nur notwendig“, sagt er. „Nein, sie sind zwingend erforderlich. Bei uns arbeiten Menschen, für die es sonst schwer ist, dauerhaft einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachzugehen. Persönlichkeiten, die einen Beitrag für das Unternehmen und die Gesellschaft leisten wollen. So, wie sie es können. So, wie jeder von uns.“ Die Gesellschaft honoriert den dafür nötigen Aufwand trotz großer Reden zu wenig. Nach wie vor halten sich die Vorbehalte gegenüber Inklusionsunternehmen. „Was nützt mir verbale Aufgeschlossenheit?“, fragt Pieter Schneider. „Ich brauche Vertrauen in unsere Arbeit und in die Leistungsfähigkeit meiner Mitarbeiter, aber kein Mitleid. Viele Unternehmen konnten wir bereits von unserer Arbeit überzeugen. Ich wünsche mir, dass noch viele sozial verantwortlich handelnde Unternehmen hinzukommen.“ DKB STIFTUNG • JAHRBUCH WIRKUNGSFELD II 13